Bau.Haus.Kultur.Geschichte

Bau.Haus.Kultur.Geschichte

Beiträge zur ArchitekturZeit 2019

Mo 24.06.2019, 19.00 Uhr
Kulturzentrum Pavillon, Hannover

Die diesjährigen Veranstaltungen der AG Stadtleben zur ArchitekturZeit können natürlich das 100jährige Bestehen des Bauhauses nicht ignorieren. Da eine Exkursion zu den wenigen Bauten von Bauhausarchitekten in Hannover schon am 21.06. von Kronen sieben angeboten wird, konzentrieren wir uns auf die Divergenzen zwischen der Realgeschichte des Bauhauses und der heutigen Rezeption (Philipp Oswalt), auf die vergessenen Frauen am Bauhaus (Anja Baumhoff) und stellen einen Bezug der hannoverschen und niedersächsischen Nachkriegsmoderne zum Bauhaus her. Beide Strömungen ließen es häufig an der nötigen Sensibilität gegenüber dem älteren baukulturellen Erbe fehlen (Sid Auffarth).

Philipp Oswalt (Architekt, Universität Kassel)

Die Bauhaus-Rezeption in der BRD

Divergenzen zwischen Realgeschichte und Rezeption Spätestens ab 1930 schuf Walter Gropius aus dem Bauhaus eine Marke – es wurde auf eine griffige, widerspruchfreie Formel reduziert, die gut zu vermarkten und in Konsum, Kultur und Politik zu verwerten war. Nach 1945 konnte Gropius mit der Publikation seiner Bücher, der Gründung des Bauhaus-Archivs und der Stuttgarter Ausstellung von 1968 dieses Bild im Westen durchsetzen. Der zunächst ausgeblendete, dann diffamierte Beitrag Hannes Meyers zum Bauhaus spielte aber für die Hochschule für Gestaltung Ulm und Teile der westdeutschen Linken ab den 1970er Jahre eine relevante Rolle.

Weitere Infos: AG Stadtleben e. V.