Ich finde es immer wieder spannend, dass viele GRÜNE noch nicht viel von SERO wissen, außer vielleicht von den Rapper-Kollegen. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass sich die Grünen generell von dem alten System in der DDR distanzieren. Aber auch in dieser Partei wäre es doch sinnvoll, das DDR-System etwas differenzierter zu betrachten.
Ein bisschen Geschichte:
Im Internet findet man eine super Erklärung: SERO stand für VEB Kombinat Sekundär-Rohstofferfassung. Das war ein flächendeckendes System in der DDR, bei dem man Wertstoffe wie Altpapier, Glas und Schrott abgeben konnte. Heutzutage könnte man dieses System ja auch auf andere Rohstoffe erweitern.
Der größte Anreiz für die Leute war die Aufwandsentschädigung für die gesammelten Rohstoffe. Ich selbst habe damals fleißig und sorgfältig sortiert, weil der Gegenwert für die verschiedenen Materialien gestaffelt war. Bis auf ein paar Ausnahmen gab es für jedes Stück oder jedes Kilo Geld.
Kinder konnten außerdem für die gesammelten Rohstoffe noch Stempel oder Marken sammeln und an einer Lotterie teilnehmen. Rohstoffe waren für die DDR sehr wichtig, weil sie für teure Devisen eingekauft werden mussten.
Es ging sogar so weit, dass Schulklassen und Arbeitskollektive sich mit Wettbewerben an dem System beteiligten.
Zukunftsmusik:
Meiner Meinung nach hat das SERO-System eine große Zukunft und ist in unserer Gesellschaft sehr ausbaufähig. Es schafft Arbeitsplätze, gerade für Leute ohne Berufsabschluss, die so eine Möglichkeit haben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Der Handel kann durch das Sammeln von Elektroteilen, Elektrogeräten und Batterien entlastet werden und sich so besser auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Das ausgezahlte Geld gleicht die steuerlichen und Umweltbeiträge aus, die Bürger, Firmen und der Handel bereits zahlen.
Dieses Thema hat noch viel Potenzial und kann weiterentwickelt werden. Lesen, nachdenken und die Kritiken als Vorschläge einbringen – das wäre super! Wie Berthold Brecht schon sagte:
Eine Kritik ohne Lösungsvorschlag ist nur die halbe Wahrheit.
Aus der Serie „Hat mich jemand nach meiner Meinung gefragt?“
